DEUTSCHE KINEMATHEK MUSEUM FÜR FILM UND FERNSEHEN
Über das Projekt

Brecht die Macht der Manipulateure

  • Bundesrepublik Deutschland (BRD) 1967
  • Displaytitel: Brecht die Macht der Manipulateure
  • Arbeitstitel: Nacht in Berlin
  • Arbeitstitel: Berlin, sterbende Stadt
  • Arbeitstitel: Kampf gegen Springer
  • Arbeitstitel: TU

Regie

Sander, Helke
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Brecht die Macht der Manipulateure

  • Videostream
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    Skip Norman, Helke Sander und Harun Farocki im „bourgeoisen Kostüm“.

    Abgebildete Personen
    Norman, Skip / Sander, Helke / Farocki, Harun
    Quelle
    Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
    Schlagworte
    Mehrere PersonenSeveral people / Frau und Mann
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    Ulrich Knaudt, Helke Sander und Harun Farocki. Das Mikrofon ist zur Kamera/ zum Zuschauer gerichtet.

    Abgebildete Personen
    Knaudt, Ulrich / Sander, Helke / Farocki, Harun
    Quelle
    Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
    Schlagworte
    Mehrere PersonenSeveral people / Dreharbeiten
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    Rudi Dutschke spricht über die Anti-Springer-Kampagne in West-Berlin.

    Abgebildete Personen
    Dutschke, Rudi
    Quelle
    Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
    Schlagworte
    MannMan / Eine PersonOne person / Gespräch
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    Harun Farocki zeichnet mit Kreide ein Schaubild auf die Straße.

    Abgebildete Personen
    Farocki, Harun
    Quelle
    Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
    Schlagworte
    Straßestreet / Zeitungnewspaper / MannMan / Eine PersonOne person
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    Auf dem Berliner Presseball filmt Skip Norman unter erschwerten Bedingungen Helke Sander und Harun Farocki beim Enthüllen eines Spruchbandes.

    Abgebildete Personen
    Norman, Skip / Sander, Helke / Farocki, Harun
    Quelle
    Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
    Schlagworte
    Transparent (Spruchband)banner (banderole) / Pressethe press
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  • Fotografie, Szenenfotografie

    Fahrgäste in der Berliner U-Bahn lesen Zeitungen der Springer-Presse.

    Schlagworte
    U-Bahnsubway / Zeitungnewspaper / Mehrere PersonenSeveral people
    Produktionszeitraum
    1967 - 1968
    Fotografie, Szenenfotografie
  • Fotografie, Szenenfotografie

    Arbeiter Student AnsagerAnti-Springer-Demonstranten mit Spruchbändern stimmen die Internationale an.

    Schlagworte
    Demonstrationdemonstration / MenschenmengeCrowd / Widerstand / Protestprotest
    Produktionszeitraum
    1967 - 1968
    Fotografie, Szenenfotografie

Inhalt

Für den Film besorgte sich die Filmemacherin im Januar 1968 eine Drehgenehmigung für den Presseball in Berlin. Vor laufender Kamera entrollt sie hinter dem Tisch mit dem Pressemagnaten Axel C. Springer und dessen Managern Peter Boenisch und Peter Tamm ein eingeschmuggeltes Transparent mit der Aufschrift „Mit Politik Geld machen, mit Geld Politik machen.“ Noch bevor Helke Sander und ihre dffb-Kommilitonen Harun Farocki, Ulrich Knaudt und Skip Norman verhaftet und abgeführt werden, kann sie ein weiteres Transparent aus ihrer Bluse ziehen.

Die Aufschrift lautet: „Axels Schlussball“.

Kontext

Der Film entstand im Seminar von Otto F. Gmelin in der sich an der dffb formierenden, politisch aktiven „Gruppe 3“, die sich nach dem Tod von Benno Ohnesorg im Herbst 1967 gegründert hatte, darunter unter anderem Hartmut Bitomsky, Harun Farocki und Helke Sander.

BRECHT DIE MACHT DER MANIPULATEURE (1967/68) dokumentiert Helke Sanders Auseinandersetzung mit der Anti-Springer-Kampagne der Studentenbewegung sowie deren Folgen.

„Bis dahin war ich an Politik desinteressiert. Ich kam vom experimentellen Theater und hatte schon für das Fernsehen gearbeitet. Dieser Film bedeutete für mich eine einschneidende Veränderung: Ich interessierte mich plötzlich für eine politische Kampagne. Ich wollte sie nicht nur selber begreifen, sondern auch anderen Leuten verständlich machen, von denen ich annahm, dass sie die gleichen Schwierigkeiten haben würden, das Politikkauderwelsch zu verstehen.“ *

„Der Film“, so Helke Sander 1975, „folgt nicht dokumentarisch den verschiedenen Aktivitäten der APO [Außerparlamentarische Opposition] zur Springerkampagne, sondern versucht, die Hauptargumente der Kampagne nachzuvollziehen und zwar so, wie ich sie verstanden habe. Wichtig war mir vor allem, in einem Film über Manipulation nicht selber zu manipulieren. So verzichtete ich auf alles ‚Atmosphärische’ wie Musik, schnelle Schnitte, weitgehend auch auf Kamerabewegungen. Die Ausnahmen fallen als Mittel auf. Die spielfilmartigen Sequenzen zeigen die stark stilisierte Kommunikation zwischen „WELT“-Lesern, den Manipulateuren, und den „BILD“-Lesern, den Manipulierten. Dazu benutzte ich lockere Konstruktionen: Vertreter westdeutscher Konzerne, die sich damals zu einem Arbeitskreis zur Rettung der Berliner Wirtschaft zusammengeschlossen hatten, knüpften diese Rettung an politische Bedingungen. Eine davon war, die beginnende Protestbewegung, deren Widerstand gegen den Vietnamkrieg sich auch mit dem Anteil der westdeutschen Wirtschaft an diesem Krieg befasste, auszuschalten und die Presse dazu einzusetzen.“ **

BRECHT DIE MACHT DER MANIPULATEURE (1967/68) wurde damals weder im deutschen, noch im finnischen Fernsehen ausgestrahlt. In Finnland vor allem wegen der Drohung seitens des Springern-Konzerns kein Papier mehr aus dem Land zu beziehen.

* Helke Sander im Gespräch mit Martin Koerber. Deutsche Kinemathek ― Museum für Film und Fernsehen. 20. Mai 2015.
** Helke Sander: Brecht die Macht der Manipulateure (1967/68). URL: http://www.helke-sander.de/filme/brecht-die-macht-der-manipulateure/ (abgerufen am 13.03.2015).

Credits

Details

Quelle:
Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
Produktionsfirma:
Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin GmbH
Schlagworte:
Medienmedia
Protestprotest
68er
Studentenbewegung
Agitation
Kategorie:
Dokumentarfilm
Archivnummer:
SDK03162-V
SDK03950-V
SDK04138-V
SDK00266-M
11244
DVD00374/02
429664-D
429667-D
SDK06135-V
Bildseitenverhältnis:
1:1,375
Drehformat:
Film 16mm
Farbe:
schwarz-weiß

Externe Quellen